Wohnungs- und Obdachlosigkeit

Wie jedes Jahr ist zur Weihnachtszeit die Wohnungs- und Obdachlosigkeit wieder ein großes Thema. Doch diese Menschen sind nicht nur zu Weihnachten wohnungslos! Viele leben schon Jahre ohne festen Wohnsitz. Aber was genau bedeuten diese Worte? Und was hängt damit zusammen? 

Obdachlosigkeit?

Obdachlosigkeit ist nur ein Teil der Wohnungslosigkeit. Es beschreibt den Umstand, dass betroffene Personen keinen Wohnsitz oder keine Unterkunft haben und daher z. B. in Parks oder vor Bahnhöfen übernachten (ohne ein Dach über dem Kopf).

Wohnungslosigkeit?

Vielen wohnungslosen Menschen, welche sich oft für ihre Situation schämen, sieht man nicht einmal an, dass sie keinen festen Wohnsitz haben. Wohnungslos bedeutet, dass diese Menschen in keinem festen Miet- oder Wohnverhältnis stehen. Überwiegend übernachten sie in Notfallunterkünften oder anderen kommunalen oder stationären Einrichtungen mit begrenzter Aufenthaltsdauer. 

Der Verlust eines Wohnsitzes hat meist schwere Folgen für den Menschen an sich. Es bedeutet Verarmung und soziale Isolation. Es macht die Menschen physisch und psychisch krank. Viele flüchten sich nicht zuletzt in eine Sucht – wie Alkohol oder andere Drogen. Ohne Fremdhilfe ist ein Weg aus dieser Lage selten möglich. Wer sich aber schon aufgegeben hat, der nimmt auch keine Hilfe von Vereinen oder Organisationen mehr an. 

Niemand ist freiwillig obdachlos. Es gibt viele Faktoren, die ausschlaggebend sind. Oft fehlt es einfach an den nötigen Anlaufstellen. Sind Menschen einmal wohnungs- oder sogar obdachlos, ist es für viele schwer, wieder auf die Beine zu kommen, besonders wenn ihnen ein stabiles Umfeld fehlt.

Faktoren

Wohnungs- und obdachlos kann jeder von uns werden. Wirtschaftliche Notlagen oder private Schicksalsschläge kommen meisten plötzlich und treffen viele so hart, dass es sie komplett aus der Bahn wirft. Wie bereits erwähnt: Kommt auch noch dazu, dass kein stabiles Umfeld vorhanden ist, das einen auffängt und unterstützt, ist der Absturz meistens gewiss. 

Mögliche Gründe können sein:

  • Verlust der Arbeit
  • Schulden oder andere finanzielle Probleme
  • Trennung oder Scheidung
  • häusliche Gewalt
  • kriminelle Belastung sowie Haftentlassung
  • akute oder chronische Erkrankungen
  • psychische Probleme wie Depressionen, Schizophrenie oder Sucht
  • Anstieg von Mieten und zunehmende Gentrifizierung

Quelle: diakonie.de

Problematiken

Eigentlich alles, was viele als selbstverständlich ansehen, ist für Wohnungs- und Obdachlose weit entfernt. Sie können ihren Hunger und Durst nicht regelmäßig stillen, besitzen nicht die Chance, jeden Tag ein- bis zweimal zu duschen oder sich die Haare zu waschen, haben ein erschwerten Zugang zu medizinischer Versorgung auf Grund der fehlenden Krankenversicherung etc. Dazu kommt, dass diese Menschen meistens der Wetterlage und den Jahreszeiten schutzlos ausgeliefert sind. Viele haben stetige Angst, dass ihnen das bisschen an Habseligkeiten, was sie noch besitzen, gestohlen wird. Denn weder auf der Straße noch in den meisten Notunterkünften haben sie die Möglichkeit dazu, diese sicher zu verstauen. 

Wohnungs- und Obdachlose haben nach wie vor mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und erfahren täglich soziale Kälte und Abwertung. Viele ignorieren oder beschimpfen sie. Und nicht selten hört man im Radio oder liest in den Zeitungen: Obdachloser von Unbekannten angegriffen. Gewalttätige Überfälle sind keine Seltenheit. 

Und die traurige Wahrheit: Ohne Job keine Wohnung, ohne Wohnung kein Job.

Es fängt meistens bei fehlendem sozialen Wohnraum an. Die Mietpreise steigen stetig, jedoch meist nicht der zustehende Bedarf. Viele Vermieter möchten keine Hartz-IV-Empfänger, sie gelten als ‚faul und nicht fähig, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen‘. Und bitte niemanden, der in seiner Vergangenheit Schulden gemacht hat. Viele Menschen bekommen also nicht einmal die Chance, einer Wohnungs- oder Obdachlosigkeit zu entgehen. 

Statistik

Es gibt für Leipzig bisher keine offiziellen Zahlen. 2016 waren laut der Stadt Leipzig 818 Menschen notuntergebracht. 2014 bis 2015 gab es laut den Streetworkern vom Team Safe (Suchtzentrum) im Westen einen Anteil von 2 % an Wohnungs- und Obdachlosen unter ihren Kontakten, heutzutage etwa 12-15 %. Im Leipziger Norden waren es 2016 ca. 15 % der Gesamtkontakte.

Eine umfassende Statistik von Seiten der Stadt ist aber endlich in Planung.

Quelle: Team Safe / Kippe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.